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floare

SCHÄßBURG (Sighisoara)

Obwohl eine römische Siedlung an der Stelle des heutigen Schäßburg- Sighişoara bekannt ist, kann manSchäßburg-Sighişoara erstmals 1280 urkundlich nachweisen, unter dem Namen „Castrum Sex“ und 1298 unter dem Namen „Schespurch“, als die sächsischen Siedler sich hier niedergelassen hatten. Die Grundsteinlegung für den Bau der Bergkirche war 1245 und schon 1376 sind die Zünfte der Stadt genannt.

Auf der Burg – einem UNESCO Weltkulturerbe – wurden im 15.Jh. und 16.Jh. die Wehranlagen ausgebaut, um gegen die türkischen Angriffe gewappnet zu sein. Dieser Teil der Stadt wurde ausschließlich von Sachsen bewohnt, die 1224 besondere Rechte vom ungarischen König Andreas II. verliehen bekommen hatten, darin inbegriffen auch das Recht ihre eigenen Pfarrer und Richter nach ihrem Gesetz zu ernennen. Sie begründeten auch das Zunftwesen der Stadt. Die Wehrtürme der Burg tragen die Namen der Zünfte, die sie erbauen ließen und diese unterhalten mussten, und wurden zwischen dem 14.Jh .und 17.Jh errichtet, erweitert oder wiederaufgebaut. So sind heute noch 9 Türme erhalten: Stundturm (Wahrzeichen der Stadt mit Geschichtsmuseum und einer der Hauptanziehungspunkte), Schmiedeturm (berherbergt ein kleines Theater), Zinngießerturm (im Hof des Evangelischen Stadtpfarramts), Gerberturm, Kürschnerturm (neben dem MET Büro, Infopunkt Greenways), Fleischerturm (mit seiner beeindruckenden Bastion), Schneiderturm, Seilerturm (als einziger bewohnt, vom Friedhofswächter), Schusterturm.

Es gibt auf der Burg zwei besonders bemerkenswerte Kirchen. Die Klosterkirche, ursprünglich Teil des Dominikanerklosters, die 1556 lutherisch wurde. Ihr heutiges gothisches Aussehen hat sie seit dem Jahr 1676 beibehalten, als sie nach dem großen Stadtbrand wiedererrichtet wurde. Im Inneren beherbergt sie eine wertvolle Sammlung orientalischer Teppiche. Die Bergkirche wurde zunächst als Kapelle 1200 errichtet. Wegen der Lage auf dem Gipfel des Berges wurde sie auch als Aussichtsturm genutzt. Über drei Jahrhunderte hinweg wurde sie zu ihrere heutigen Größe ausgebaut und in den 1990er Jahren restauriert. Die Kirche kann über die Schülertreppe, einer überdachten Holztreppe mit 176 Stufen, erreicht werden. Ganz in der Nähe befindet sich auch das Deutsche Gymnasium „Joseph Haltrich“, benannt nach dem Theologen des 19.Jh. , der in der Nachbargemeinde Saes- Schaas am sächsischen Friedhof begraben liegt. Außer der Kirche trug auch die Schule zur Bewahrung des Siebenbürgisch Sächsischen Kulturguts bei. Es gibt heute außer der Deutschen Abteilung auch eine Rumänische Abteilung an dieser Schule.

Die Silhouette der Burg wird von dem Stundturm dominiert. Er wurde nach dem großen Stadtbrand von 1676 wiedererrichtet unter Mithilfe zweier Österreicher, die sich ein Jahr nach dem Brand hier aufhielten. Die geschnitzten Figuren sind einmalig in Siebenbürgen und bewegen sich mit dem Glockenschlag der Uhr. Der Trommler und die beiden Frauen mit der Waage und dem Schwert in den Händen sollen auf das Schwertrecht der Stadt hinweisen und dazunermahnen, Gesetze der Stadt zu respektieren . Der Unterstadt zugewandt befinden sich sieben Figuren in Eichenholz geschnitzt, die den jeweiligen Wochentag symbolisieren.

In der Nähe des Stundturms befindet sich das sogenannte „Casa Vlad Dracul“, dessen Besitzer behaupten- ohne es beweisen zu können- dass dieses der Geburtsort des berühmten Herrschers Vlad Tepes, auch bekannt als „Vlad der Pfähler“ oder „Dracula“ aus dem 15.Jh. sei, der als Vorbild für die Draculagestalt im Roman von Bram Stoker diente. Vlad Tepes´  Vater, Vlad Dracul, soll einige Zeit in Schäßburg und Siebenbürgen zwischen 1430 und 1436 zugebracht haben, um sich für den Kampf gegen seinen Bruder zu rüsten, der mit osmanischer Hilfe in der Wallachei herrschte.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite von der Klosterkirche befindet sich das Venezianische Haus, so genannt wegen der auffallenden Form der Fenster. Dieses beherbergt den Sitz des Demokratischen Forums der Deutschen in Schäßburg und im Untergeschoss das Schäßburger Kulturerbe Informationszentrum.

In der Unterstadt befindet sich die Einkaufstraße Schäßburgs. Im Süden liegt die Neustadt, mit ihren Fabriken aus der kommunistischen Zeit und Wohnblocks, die in den 1960 er und 70er Jahren erbaut wurden. 

BREITE

Auf einem Hügel, von dem man die Stadt Schäßburg überschaut, liegt das Naturschutzgebiet mit jahrhundertealten Eichen, Breite, einer der repräsentativsten, größten und  besterhaltendsten Hutewälder mit jahrhundertealten Eichen Südosteuropas. Es befinden sich über 600 Eichen auf dem Plateau, von denen einige 800 Jahre alt sind. Auf die Breite kann man von der Ana Ipatescu Straße gelangen, indem man rechts den Wald hinauf geht, oder von der Nationalstraße DN 13, an der Ausfahrt von Schäßburg- Sighişoara - Richtung Medias-Mediasch indem man durch den orthodoxen Friedhof hinauf steigt.

Das Management des Naturschutzgebietes Breite wird von dem Mihai Eminescu Trust und der Verwaltung von Schäßburg organisiert. Man ist bestrebt diesen einmaligen Ort zu schützen und die Einwohner und Besucher zu ermutigen die vielfältigen natürlichen, historischen, ästhetischen und kulturellen Werte zu erleben. Neben den uralten Eichen beherbergt das Plateau Breite auch viele Tier- und Pflanzenarten, die es zu schützen gilt. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte: www.breite.ro

TRAPPOLD (Apold)

Trappold-Apold wird erstmals 1309 urkundlich erwähnt, jedoch geht man von einer viel früheren Siedlungsgeschichte aus, nachdem Archäologen hier Spuren des 1.Jh. v.Chr. entdeckten (ein Halsband und ein silberner Gürtel). Die bemerkenswerte evangelische Kirche aus dem 16.Jh. mit ihrem massiven Glockenturm, befindet sich in der Mitte des Dorfes und hat zwei Wehrmauern mit Wehrtürmen. Im Inneren der Anlage befinden sich Vorratslager und Ställe für den Belagerungsfall.  Im weißen Turm bewahrte jeder Dorfbewohner seinen geräucherten Speck hängend für den Notfall auf.

Es wird an einem sanften Restaurierungsprogramm gearbeitet, das von der Stitung „Coronna“ geleitet wird unter Mithilfe des Mihai Eminescu Trust. Sebastian Bethge, der im Dorf lebt, gibt gerne Informationen und kann mit einer Kirchenführung behilflich sein (Tel. 0040 724 155977). Das Ziel ist es, traditionelle Arbeitstechniken durch die Kirchen- und Burgrestaurierung wieder zu beleben, aber man bietet auch einfache Unterkunft für Besucher an.

Die Rutschungshügel von Trappold, zu erkennen auf der rechten Seite, nachdem man das Dorf  Richtung Agnita-Agnetheln verlassen hat, sind Mikrolandschaften mit komplexen Mosaiken mit xerophil and xero-mesophil Pflanzengemeinschaften von hohem botanischen Wert, die stark variieren können, in Abhängigkeit der Hangneigung, ihrer Exposition und Isolation. Die Rutschungshügel werden dadurch gebildet, dass wasserdurchlässiges Sandgestein und Mergelschichten über wasserundurchlässigen Ton rutscht. Bitte denken Sie daran, wenn Sie diese besonderen geologischen Formationen begehen, dass sie einen besonderen Wert darstellen , den es zu schützen gilt, und pflücken Sie keine Blumen

HENNDORF (Bradeni)

Der erste urkundlich überlieferte Name der Gemeinde ist terra Heen (1297), etwas später im Jahr 1349 wird daraus „Villa Hegun“. Die hl. Andreaskirche wird erstmals 1350 erwähnt. Ihre 1 bis 2 Meter dicken und 12 Meter hohen  Mauern dienten auch als Verteidigung bis zum Errichtung der äußeren Wehranlagen zu Beginn des 16.Jh. Die Wehrmauer hatte an allen vier Ecken Bastionen, von denen eine abgerissen und eine andere im Jahr 1866 wiederaufgebaut wurde. Im Inneren der Kirche befinden sich reiche Verzierungen und ein pentagonaler Chor.

Die Fischseen von Henndorf wurden entlang des Harbachtals geschaffen, eine Ehrung des Alt Flusses. Mit einer Wasseroberfläche von 171 ha bieten die Seen großartige Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung oder zum erholsamen Angeln. Das Gebiet wurde als Naturschutzgebiet vorgeschlagen, daher denken Sie bitte bei ihrem Besuch an den Erhalt dieser besonderen Werte und zerstören Sie diese nicht. Die Ufervegetation besteht zumeist aus Rohrkolben (Typha latifolia) und Schilfrohr (Phragmites australis). Die Pflanzenwelt unter Wasser wird aus Hornblatt (Ceratophylum sp.), Tausendblatt (Myriophyllum sp.) und Laichkräutern (Potamogeton sp) gebildet.  Die meist begehrten Fische sind Karpfen (Cyprinus carpio),Goldfisch (Carassius auratus) und Wels (Silurus glanis). Unter den Vögeln, die hier nisten und brüten sind die Moorente (Aythya nyroca), der Silberreiher (Ardea alba), der Zweitaucher (Podiceps cristatus, P. ruficollis), die Rohrdommel (Botaurus stellaris), der Schwarzstorch (Ciconia nigra) und derFischadler (Pandion haliaetus).

NEITHAUSEN (Netus)

Im Inneren der polygonalen Wehrmauer der Kirche von Neithausen-Netus steht das kleine Gebäude aus dem 15.Jh. mit dem seltsamen unproportionalen Glockenturm. Die Glocke selbst wurde 1860 geschaffen und trägt die Inschrift: O REX GLORIE VENI NOBIS CUM PACE

JAKOBSDORF (Iacobeni)

Die Schönheit von Jakobsdorf mag vor allem an der gut erhaltenen Kirche auf einem Hügel im Nordwesten des Dorfes liegen. Zwei miteinander verbundene Wehrmauern umgeben die Kirche, jede davon mit Wehrtürmen und anderen Bauten ausgestatte, unter anderem einem Torturm, Getreideturm als Lager für Feldfrüchte, einem Stundenturm und dem Pfarrhaus. Im Dach des Stundenturms befindet sich eine Inschrift, datiert im Jahr 1626.

KREISCH (Cris)

Auch wenn Kreisch eine eindrucksvolle Kirche besitzt, die 1840 restauriert wurde, so ist das schöne Dorf eher wegen des Bethlen Schlosses bekannt, eines der besten Beispiele für Renaissancearchitektur in Siebenbürgen. Die Hauptattraktionen des Schlosses sind die Ehrenhalle im ersten Stock mit offenen Arkadenbögen und der hohe Südturm, erbaut 1559. Das Gebäude wurde 1947 von den Kommunisten enteignet und die Eigentümer mussten innerhalb zweier Tage das Schloss verlassen. Zur Ceausescu Ära wurde es teilweise repariert. Vor kurzem konnten die Nachfahren der alten Eigentümer, die Familie Bethlen, das Schloss zurück erlangen. Besucher können das Anwesen mit dem Wächter, der in der Nähe wohnt, besichtigen.

Die Region ist ebenfalls bekannt durch das Flaumeichennaturschutzgebiet. Die mediterrane Flaumeichenart (Quercus pubescens) wächst in der Regel an Südhängen von Hügeln, wo sie vielen anderen Tier- und Pflanzenarten Schatten spendet. Der aufmerksame Spaziergänger kann in diesen Wäldern Rehe, Hasen, Wildschweine, Spechte und Fasane beobachten

DUNESDORF (Danes)

Dunesdorf befindet sich auf der Haupstraße 9m nach Schäßburg- Sighişoara. Das Dorf verfügt über einen Bahnhof mit Anschluss an das Lokalbahnnetz. Außerdem gibt es  Reitmöglichkeit, sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene, und einen Swimming Pool. Diese Gegend war einst die größte Hopfenanbauregion des Landes, heute liegen viele Flächen brach und nur eine Hopfentrockenstelle ist noch in Betrieb.
Die spätgothische Kirche von Dunesdorf, wehrbargemacht durch einen einfachen Mauerring, wurde 1506 erbaut und befindet sich an der Nordseite der Hauptstraße.  Das Pfarrhaus stammt aus dem Jahr 1874 und der neue Stundturm mit seinem Holzgang wurde 1927 errichtet.

GROß LASSELN (Laslea)

In der Mitte der Hauptstraße von Groß Lasseln, die nahe der Hauptverkehrsstraße Schäßburg-Sighisoara-Mediasch-Medias liegt, befinden sich die große Kirche und das Krankenhaus für alte Leute, das in dem ehemaligen Deutschen Schulgebäude untergebracht ist. Im Inneren der Wehranlagen befindet sich der Glockenturm, der als einziger von dem alten Kirchenbau aus dem 15.Jh. erhalten geblieben ist. Die Anlage wird jedoch  von der viel größeren Kirchen von 1845 dominiert.

MALMKROG (Malancrav)

Malmkrog wurde erstmals 1305 urkundlich erwähnt und es wohnen heute noch mehr Sachsen hier als in jedem anderen Dorf Siebenbürgens. 1340 kam das Dorf mit seinem dazugehörigen Grund in den Besitz der ungarischen Adelsfamilie Apafi; zwei Mitglieder der Familie regierten Siebenbürgen im 17.Jh. Die evangelische Kirche in Malmkrog bewahrt seltene Fresken des 14.Jh. und 15. Jh. und einen Flügelaltar aus dem 16.Jh., der der älteste dieser Art Siebenbürgens zu sein scheint, der sich noch an seinem originalen Platz befindet. Auf dem Hügel hinter der Kirche befindet sich das Apafi Gutshaus, das einen Besuch wert ist, genau wie die biologisch bewitschaftete Apfelplantage daneben. Das Gutshaus verfügt über eine Bibliothek mit Büchern in  fünf Sprachen, eine beeindruckende Eingangshalle und fünf Schlafzimmer. In der Mitte des Dorfes gibt es noch eine hübsche kleine katholische Kirche aus em 18.Jh. 

NEUDORF (Noul Sasesc)

Dieses Dorf, etwa eine Stunde zu Fuß von Malmkrog aus zu erreichen, gehörte zwischen dem 14.Jh. und 17.Jh. ebenfalls zum Besitztum der Apafi Familie. Aus diesen Tagen stammt ein kleines, verfallenes  Apafi Haus im Zentrm des Dorfes, das noch restauriert werden muss. 1658 wurde ein Großteil des Dorfes von den Tartaren zerstört, die Kirche aus dem 15.Jh. auf dem Hügel oberhalb des Dorfes überstand den Angriff jedoch. Hinter dem Altar befindet sich ein älterer Altar von 1790 mit einer Kreuzigungsszene. Der neuzeitliche Altar von 1929 in neugothischem Stil besteht aus einem Gemälde auf Holz von Eduard Morres und stellt die Segnung der Kinder dar. Der barocke Kanzeldeckel ist aus dem Jahr 1770. 

RAUHTAL (Rondola)

Rauhtal ist ein weiteres der fünf Nachbardörfer, die 1340 in den Besitz der Apafi- und Bethlenfamilie kamen. Die Kirche entstand im 15.Jh. mit einem niedrigen Glockenturm, der 1792 entstand. Im Inneren der Kirche befindet sich eine Kanzel aus Stein aus dem Jahr 1775 und ein Altar, der 1881 von Wilhelm Hörbiger geschaffen wurde und von Carl Dörschlag bemalt wurde. Die Orgel baute der bekannte Orgelbauer Samuel Binder aus Schäßburg 1857.

FELSENDORF (Floresti)

Felsendorf gehört zu den kleinsten, aber bestimmt zu den interessantesten Dörfern Siebenbürgens. Die kleine evangelische Kirche wurde vor dem Einsturz bewahrt und durch den Mihai Eminescu Trust restauriert; ihre Steinmauern sind gestützt von vielen Strebepfeilern. Die 1424 von Antonius und Markus Bethlen erbaute Kirche hat an ihrer Ostwand eine Steintafe, die an die Erbauer erinnert. Der Turm stammt aus dem Jahr 1835 und hat ein Pyramidendach. Im Oktober 2008 wurde die Kirche wiedereingeweiht. Es stehen zwei Gästehäuser zur Verfügung und schmackhaftes, typisches Essen kann für bis zu 20 Personen bestellt werden. Es gibt gute Wandermöglichkeiten, die besonders im Frühjahr und frühen Sommer interessant sind, zum Beispiel zu den benachbarten Dörfern Kreisch und Malmkrog.