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floare

Die Sächsischen  Dörfer wurden im 12.Jh. von deutschen Siedlern der Rheinregion gegründet, die vom ungarischen König Geza gerufen wurden, um die Ostgrenzen des Reichs zu verteidigen. Diese Siedler haben die landwirtschaftlich geprägten Dörfer der sanften Hügel und langen Täler gestaltet.
Ihre einzigartige Kultur überlebte fast unverändert bis Mitte der 1980er und frühen 1990er Jahre, als viele Sachsen nach Deutschland auswanderten. Heute sind einige der isolierten Dörfer und deren Umgebung, die heute hauptsächlich von Rumänen und Zigeunern bewohnt werden, noch intakt.

Die Dörfer haben unverkennbare romanische und gothische Kirchen, umgeben und geschützt von hohen Steinmauern, Lagerräume und Ställe im Inneren ermöglichten den Bewohnern eine längere Belagerung zu überstehen.Diese burgähnlichen Gebäude bilden das Herzstück der mittelalterlich angelegten Dörfer mit den langen, weiten Straßen, auf denen sich die langgezogenen Bauernhöfe, eng aneinander reihen.

Jedes der Häuser und Torbögen ist farbenfroh und charakteristisch bemalt und in den Hausgiebeln befindet sich oft ein Symbol, Spruch oder Datum, das an ein wichtiges Ereignis in der Geschichte des Gebäudes erinnert. Entlang der Straßen wachsen alte Obstbäume, die den Gänsen, Enten, Hühnern, Truthühnern und schlafenden Hunden Schatten spenden. Die gepflasterten Straßen sind nie leer und besonders in den Morgen- und Abendstunden voller Menschen und Tiere.

Kühe sowie auch Pferde und Büffel werden tagsüber auf die Dorfweide getrieben, wo sie von einem Kuhhirten bewacht werden. Gegen Sonnenuntergang kehren sie zurück und suchen sich den Weg zu ihrem Stall im hinteren Bereich der Bauernhöfe, wo sie gemolken werden. Schafe weiden auf den Weideflächen der Hügel, bewacht von Schäferhunden. Die Schafe bleiben den ganzen Sommer über auf der Weide, wo auch der Schafhirte in seiner zusammengezimmerten Unterkunft wohnt und auch die Schafe melkt, um aus der Milch zarte weiße Käsekugeln herzustellen. Heu wird immer noch mit der Sense gemäht, in der Sonne getrocknet und mit dem Wagen zu den Höfen gefahren, wo es als Schober oder am Heuboden aufbewahrt wird.

Das Herausragende der Siebenbürgisch Sächsischen Landschaft, geformt über Generationen von hart arbeitenden Bauern und Handwerkern, ist die reichhaltige von  chemischen Düngemitteln und Unkrautvernichtungsmitteln unberührte Natur. Die traditionellen Landnutzungsmethoden, bis vor kurzem beibehalten und in manchen Regionen bis heute anzutreffen, führten zu höchster Biodiversität, unzerteilten Landschaften mit großer räumlichen Heterogenität. Im Frühjahr und Sommer bieten die Straßenränder und Wiesen eine Vielfalt an Blumen. Die Vielfalt der Blumen und der Wohlstand der Habitate fördern eine bemerkenswerte, reiche Fauna.

Das erste, was man bemerkt, könnten die Neuntöter mit ihren roten Nacken auf den Stromleitungen sein, die Störche auf den Schornsteinen und die Schwalben, die an den Nebengebäuden nisten. Die Wölfe und Bären, die immer noch die Wälder bewohnen, bleiben dagegen gut versteckt. Auch die vergänglichsten Tümpel sind gefüllt mit Kaulquappen, Fröschen, Kröten und Molchen, und die trockenen Bänke sind belebt mit raschelnden Schlangen und Eidechsen. Die ganze Landschaft ist voller Schmetterlinge und Falter, wie dem Schachbrettfalter, Bläuling und Falter, die auf den Blumen der Wiesen sitzen. Wolken aus Scheckenfaltern fliegen um blühende Lindenbäume, der Große Schillerfalter ist bei den kugeligen Hinterlassenschaften der Schafe zu finden und Schwalbenschwänze flattern um Pfützen herum, die sich auf Wegen durch Sommergewitter gebildet haben.